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Das Nein zur Voliere ist auch ein Nein zur rechten Stadtseite

30. November 2025 – Der Vögeligarten steht an einem Wendepunkt. Ein vertrauter Ort verschwindet und ein neues Kapitel beginnt. Die Verantwortung für die Zukunft dieses besonderen Platzes wächst.

40 Prozent der Oltner Stimmbevölkerung sagten Ja zur Voliere-Initiative. Dieses Ja war ein Zeichen der Verbundenheit mit einem Ort, der vielen ans Herz gewachsen ist. Viele sehen den deutlichen Sanierungsbedarf des alten Gebäudes und wollten eine Tradition weiterführen. Sie sehen auch die Chance auf einen Vögeligarten, der seinem Namen wieder gerecht wird. Ein Ort voller Leichtigkeit. Ein Ort, der Kindern und Erwachsenen Freude schenkt. Ein Ort, der die Stadtkasse nicht übermässig belastet. Doch das Preisschild der Initiative war hoch. Zu hoch für eine Mehrheit der Stimmbevölkerung. Auch sorgten Alleingänge des Initiativkomitees für Unruhe, was auch das Vertrauen in den Verein spürbar schwächten. Wir akzeptieren jedoch den Entscheid der Bevölkerung, erwarten jedoch gleichzeitig, dass beim nun laufenden partizipativen Prozess klare Verbesserungen aufgegleist werden. Wir wollen echte Mitwirkung. Wir wollen Transparenz. Wir wollen einen Weg, der zu einem Vögeligarten führt, der allen dient. Dem Quartier, der rechten Aareseite, der Stadt, den hier lebenden Menschen.

Das Aus der Vogelvoliere ist ein Einschnitt. Symbolisch wie praktisch. Ein städtisches Kulturerbe geht verloren. Ein Ort, der Generationen begleitet hat. Ein Ort, der in vielen Erinnerungen lebt. Das Quartier verliert damit auch einen wichtigen sozialen Raum. Einen Treffpunkt. Einen Platz, an dem Gespräche entstanden und Gemeinschaft gewachsen ist. Ohne die Voliere ist es nicht mehr das Selbe. Zugleich zeigt sich ein weiteres Problem: Die Stadt kann sich wegen des Defizits weder Erhalt noch sinnvolle Alternativen leisten. Die Lebensqualität sinkt, was spuren hinterlassen wird. Spuren, welche man noch lange nachsehnt. Nein wir wollen nicht schwarzmalen, sondern drücken zum einen unsere Enttäuschung aus, zum anderen auch reale Befürchtungen, die es wegzuräumen gilt.

Wir befürchten, dass das Gebäude zur Ruine wird. Wir befürchten, dass es verlassen wirkt. Leer. Verwahrlost. Und dies über Jahre hinweg. Das darf nicht passieren. Es würde dem Quartier schaden. Es würde ein ganzes Umfeld schwächen. Wir erwarten zudem, dass die rechte Stadtseite nicht noch weiter benachteiligt wird. Sie trägt seit Jahren Lasten, ohne konkret etwas zurück zu erhalten. Ja, beim Schulhaus Säli ist ein schöner, belebter Spielplatz entstanden. Das Mületäli wurde erweiteret. Doch vielmehr leidet die Attraktivierung der rechten Stadtseite. Sie wartet auf Anerkennung. Sie wartet auf Aufwertung. Sie soll endlich wieder in einem guten Licht erscheinen. Sie soll nicht vergessen gehen.

Wir erhoffen uns, dass der partizipative Prozess zur Gestaltung des Vögeligartens rasch startet. Ohne Verzögerung. Ohne Stillstand. Die 40 Prozent Befürworterinnen und Befürworter sollen eine Perspektive erhalten. Eine ansprechende Lösung. Auch ohne Voliere. Eine Lösung, die das Quartier stärkt. Eine Lösung, die dem Ort eine Zukunft gibt. Wir werden uns entsprechend einsetzen, dass es vorwärts geht. Zusätzlich muss man bestrebt sein, dass mit den Vögeln weiterhin verantwortungsvoll umgegangen wird. Sie verdienen Sorgfalt und Schutz. Sie waren immer Teil dieses Ortes. Ihr Wohl muss bis zur Umsiedlung ernst genommen werden.

Darryl Fiechter
Parteipräsident

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